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JAX-RS mit Jersey, Teil 1 (RESTful Web-Services)

Dieser Abschnitt stellt das Architekturprinzip REST vor und anschließend den Java-Standard JAX-RS. Es folgen Beispiele mit der JAX-RS-Referenzimplementierung Jersey.

Aus Prinzip REST

Bei RESTful Services liegt das Konzept zugrunde, dass eine Ressource über einen Webserver verfügbar ist und eindeutig über einen URI identifiziert wird.

Da unterschieden werden muss, ob eine Ressource neu angelegt, gelesen, aktualisiert, gelöscht oder aufgelistet werden soll, werden dafür die bekannten HTTP-Methoden verwendet:

HTTP-Methode Operation
GET Listet Ressourcen auf oder holt eine konkrete Ressource.
PUT Aktualisiert eine Ressource.
DELETE Löscht eine Ressource oder eine Sammlung von Ressourcen.
POST Semantik kann variieren, in der Regel aber geht es um das Anlegen einer neuen Ressource.

HTTP-Methoden und übliche assoziierte Operationen

Anders als SOAP ist REST kein entfernter Methodenaufruf, sondern eher vergleichbar mit den Kommandos INSERT, UPDATE, DELETE und SELECT in SQL.

Ursprung von REST

Die Idee, Web-Services mit dem Webstandard HTTP aufzubauen, beschrieb Roy Thomas Fielding im Jahr 2000 in seiner Dissertation „Architectural Styles and the Design of Network-based Software Architectures“. Das Architekturprinzip nennt er Representational State Transfer (REST) – der Begriff ist neu, aber das Konzept ist alt. Aber so wie im richtigen Leben setzen sich manche Dinge erst spät durch. Das liegt auch daran, dass SOAP-basierte Web-Services immer komplizierter wurden und sich die Welt nach etwas anderem sehnte. (Daher beginnen wir im Buch auch mit REST, und dann wird SOAP folgen.)

Wie sieht ein REST-URI aus?

Auf der einen Seite stehen die HTTP-Methoden GET, PUT, POST, DELETE und auf der anderen Seite die URIs, die die Ressource kennzeichnen. Ein gutes Beispiel einer REST-URL ist der Blog vom Java-Buch:

http://www.tutego.de/blog/javainsel/category/java-9/page/2/

Das Ergebnis ist ein HTML-Dokument mit ausschließlich den Beiträgen aus der Kategorie Java 9 und nur denen auf der zweiten Seite.

Fast daneben ist auch vorbei

Da auf den ersten Blick jede HTTP-Anfrage an einen Webserver wie ein REST-Aufruf aussieht, sollten wir uns im Klaren darüber sein, was denn kein REST-Aufruf ist. Eine URL wie http://www.bing.com/search?q=tutego ist erst einmal nicht der typische REST-Stil, da es keine Ressource gibt, die angesprochen wird. Da REST als leichtgewichtig und cool gilt, geben sich natürlich gerne Dienste ein bisschen RESTig. Ein Beispiel ist Flickr, ein Fotoservice von Yahoo. Das Unternehmen wirbt mit einer REST-API, aber es ist alles andere als REST und kein gutes Beispiel.[1] Das Gleiche gilt auch für Twitter, das lediglich einen rudimentären REST-Ansatz hat, aber in der Öffentlichkeit als REST pur wahrgenommen wird.

Jersey

Für Java gibt es mit JAX-RS einen Standard zum Deklarieren von REST-basierten Web-Services. Er wurde in der JSR-311, „JAX-RS: The Java API for RESTful Web Services“, definiert. Es fehlt noch eine Implementierung, damit wir Beispiele ausprobieren können:

Mit Jersey lässt sich entweder ein Servlet-Endpunkt definieren, sodass der RESTful Web-Service in einem Servlet-Container wie Tomcat läuft, oder der eingebaute Mini-HTTP-Server genutzt wird. Wir werden im Folgenden mit dem eingebauten Server arbeiten.

Download und JAR-Dateien

Wenn wir den händischen Weg nehmen ist es etwas aufwändiger, die einzelnen Jar-Dateien zusammenzusammeln. Die Jersey-Homepage https://jersey.github.io/ verweist für den Download auf https://jersey.github.io/download.html. Klicken wir dort auf

Jersey JAX-RS 2.0 RI bundle […] contains the JAX-RS 2.0 API jar, all the core Jersey module jars as well as all the required 3rd-party dependencies.

dann startet der Download von jaxrs-ri-2.x.y.zip. Das ZIP-Archiv können wir auspacken und dann folgende Archive in den Klassenpfad aufnehmen:

JAX-RS-Annotationen für den ersten REST-Service

JAX-RS definiert einige Annotationen, die zentrale Konfigurationen bei RESTful Web-Services vornehmen, etwa Pfadangaben, Ausgabeformate oder Parameter. In den nächsten Abschnitten werden diese Annotationen an unterschiedlichen Beispielen vorgestellt.

Die Annotationen @Path und @GET

Beginnen wir mit einem REST-Service, der einen simplen Text-String liefert:

package com.tutego.insel.rest;
 
 import javax.ws.rs.*;
 import javax.ws.rs.core.MediaType;


 @Path( "dating" )
 public class DatingResource {
 
   @GET
   @Produces( MediaType.TEXT_PLAIN )
   public String meet() {
     return "Afra, Ange, Ceri, Dara, Ha, Jun, Sevan";

  }
 }

Die ersten beiden Annotationen sind zentral:

Test-Server starten

Ein Java EE-Application-Server würde die Klasse aufgrund der Annotationen gleich einlesen und als REST-Service anmelden. Da wir die Klasse jedoch in der Java SE ohne Application-Server verwenden, muss ein REST-Server von Hand aufgebaut werden. Das ist aber problemlos, denn dafür haben wir jersey-container-jdk-http-2.x.y.jar eingebunden, sodass sich Jersey in den im JDK eingebauten HTTP-Server integriert.

ResourceConfig rc = new ResourceConfig().packages( "com.tutego.insel.rest" );
 HttpServer server = JdkHttpServerFactory.createHttpServer( 
    URI.create( "http://localhost:8080/api" ), rc );
 JOptionPane.showMessageDialog( null, "Ende" );
 server.stop( 0 );

Nach dem Start des Servers scannt Jersey die Klassen im genannten Paket daraufhin ab, ob sie passende JAX-RS-Annotationen tragen. Das Class-Scanning wurde aktiviert mit der package(…)-Methode beim ResourceConfig, es ist aber auch möglich, im Konstruktor von ResourceConfig direkt die JAW-RS-Ressourcen über ihre Class-Objekte aufzuzählen.

Die statische Methode JdkHttpServerFactory.createHttpServer(…) liefert ein Objekt vom Typ com.sun.net.httpserver.HttpServer, das Teil der internen Java-API ist. Die JdkHttpServerFactory stammt aus dem internen Jersey-Paket.

REST-Services konsumieren

Bei createHttpServer(…) ist als Testpfad „http://localhost:8080/api“ eingetragen, und zusammen mit @Path(„dating“) an der Klasse ergibt sich der Pfad http://localhost:8080/api/dating für die Ressource. Wir können die URL im Browser eintragen.

REST-Client mit Jersey

Sich im Browser das Ergebnis eines REST-Aufrufs anzuschauen, ist nicht das übliche Szenario. Oft sind es JavaScript-Programme im Browser, die REST-Aufrufe starten und die konsumierten Daten auf einer Webseite integrieren.

Ist es ein Java-Programm, das einen REST-Dienst anzapft, so kann dies mit einer einfachen URLConnection erledigt werden, was eine Standardklasse aus dem java.net-Paket ist, um auf HTTP-Ressourcen zuzugreifen. Doch Jersey definiert eine standardisierte API zum einfachen Zugriff. Es reicht ein Einzeiler:

System.out.println(
   ClientBuilder.newClient().target( "http://localhost:8080/api" )
                .path( "dating" ).request().get( String.class )
 );

Der API-Stil, den die Bibliotheksautoren hier verwenden, nennt sich Fluent-API; Methodenaufrufe werden verkettet, um alle Parameter wie URL oder MIME-Typ für die Anfrage zu setzen. Das ist eine Alternative zu den bekannten Settern auf JavaBeans bzw. einen überladenen Konstruktor mit unübersichtlichen Parameterlisten.

Um die Typen bei der javax.ws.rs.client-API etwas besser zu verstehen, schreiben wir alles ganz vollständig aus:

Client client = ClientBuilder.newClient();
 WebTarget target = client.target( "http://localhost:8080/api" );
 WebTarget resourceTarget = target.path( "dating" );
 Invocation.Builder request = resourceTarget.request( MediaType.TEXT_PLAIN );
 Response response = request.get();
 System.out.println( response.readEntity( String.class ) );

Das Response-Objekt hat auch eine Methode getStatus() für den HTTP-Statuscode und hasEntry(), um zu prüfen, ob es ein Ergebnis gibt und keinen Fehler. Apropos Fehler: Ist die URL falsch, gibt es eine RuntimeException – geprüfte Ausnahmen verwendet Jersey nicht.

Exception in thread „main“ javax.ws.rs.NotFoundException: HTTP 404 Not Found

[1]   Roy Fielding meint dazu nur: „Flickr obviously don’t have a clue what REST means since they just use it as an alias for HTTP. Perhaps that is because the Wikipedia entry is also confused. I don’t know.“ (Quelle: http://roy.gbiv.com/untangled/2008/no-rest-in-cmis).