Lokale Klassen und effektiv finale Variablen

Im folgenden Beispiel deklariert die main(…)-Methode eine innere Klasse Snowden mit einem Konstruktor, der auf die finale Variable PRISM zugreift:

public class NSA {

public static void main( String[] args ) {

final int PRISM = 1;

int tempora = 2;

tempora++; // (*)

class Snowden {

Snowden() {

System.out.println( PRISM );

// System.out.println( tempora ); // Auskommentiert ein Compilerfehler

}

}

new Snowden();

}

}

Die Deklaration der inneren Klasse Snowden wird hier wie eine Anweisung eingesetzt. Ein Sichtbarkeitsmodifizierer ist bei inneren lokalen Klassen ungültig, und die Klasse darf keine Klassenmethoden und allgemeinen statischen Variablen deklarieren (finale Konstanten schon).

Jede lokale Klasse kann auf Methoden der äußeren Klasse zugreifen und zusätzlich auf die lokalen Variablen und Parameter, die final sind. Das ist die Variable PRISM auf jeden Fall, tempora ist nicht final (tempora++ ist ein Schreibzugriff), und daher führt eine Konsolenausgabe mit println(tempora) auch zu einem Compilerfehler – Eclipse meldet: „Local variable tempora defined in an enclosing scope must be final or effectively final”. Der letzte Teil der Fehlermeldung gibt einen Hinweis auf eine kleine Änderung seit Java 8, dass Variablen nicht zwingend mit dem Modifizierer final ausgezeichnet werden müssen, um final zu sein. Gibt es keinen Schreibzugriff auf Variablen, sind sie effektiv final. Im Beispiel kann das einfach getestet werden: Wird die Zeile (*) mit tempora++; auskommentiert, so ist tempora effektiv final und Snowden kann auf tempora zugreifen.

Liegt die innere Klasse in einer statischen Methode, kann sie keine Objektmethoden der äußeren Klasse aufrufen.

Über Christian Ullenboom

Ich bin Christian Ullenboom und Autor der Bücher ›Java ist auch eine Insel. Einführung, Ausbildung, Praxis‹ und ›Java SE 8 Standard-Bibliothek. Das Handbuch für Java-Entwickler‹. Seit 1997 berate ich Unternehmen im Einsatz von Java. Sun ernannte mich 2005 zum ›Java-Champion‹.

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