Versionskennungen aufbauen, parsen, vergleichen

In Java 9 wurde die Kennung für die Java-Version standardisiert. Wo früher von zum Beispiel 1.9.0_31-b08 die Rede war, heißt es heute 9.1.4+8; die 1. ist also verständig verschwunden. Auch eigene Programme können Versionskennungen nutzen und die Java SE stellt eine Klasse bereit, mit der sich zum Beispiel Versionen vergleichen lassen. Details zu den sogenannten semantischen Versionierung liefert http://semver.org/lang/de/.

Versionskennung

Ein Versionskennung hat die Form $MAJOR.$MINOR.$SECURITY. Das Schema besteht aus drei Teilen, die durch Punkte voneinander getrennt sind:

  1. Hautversion (engl. major version). Wird immer bei zentralen Änderungen und Updates um eine Stelle erhöht. Oft verbunden mit inkompatiblen API-Änderungen. Dann wird die Unterversion zurück auf 0 gesetzt.
  2. Unterversion (engl. minor verson). Wird erhöht bei kleineren Änderungen, wie Bug-Fixes. Das Release selbst bleibt rückwärtskompatibel.
  3. Sicherheitsrelease/Patch. Wird erhöht nach kritischen Sicherheitsupdates. Wichtig: Die Release-Nummer wird nicht auf 0 zurückgesetzt, wenn die Unterversion erhöht wird. Ein hoher Zähler der Sicherheitsreleases weist auf viele Änderungen hin, unabhängig von der Unterversion.

Die Versionen sind rein numerisch und der Gesamtstring matcht auf den regulären Ausdruck [1-9][0-9]*((\.0)*\.[1-9][0-9]*)*. Die Kennung endet nicht mit 0 – so wird $SECURITY weggelassen, wenn sie 0 ist und $MINOR wird nicht gesetzt, wenn $MINOR und $SECURITY beide 0 sind.

Versionsstring

Ein Versionsstring ist eine Versionskennung mit einem optionalen Zusatz von Informationen wie einer Vorversion (engl. pre release) oder Build-Informationen. Den Aufbau erklärt die API-Dokumentation an der Klasse Runtime.Version.

Version-API

Die Runtime-Klasse hat unter Java 9 eine innere Klasse Version bekommen, die so einen Versionsstring aufbauen und parsen kann. Die Version der aktuellen Laufzeitumgebung liefert die statische Methode version().

Beispiel

Gib alle Informationen über den Versionsstring aus:

System.out.println( Runtime.version() ); // 9-ea+159

System.out.println( Runtime.version().major() ); // 9

System.out.println( Runtime.version().minor() ); // 0

System.out.println( Runtime.version().security() ); // 0

System.out.println( Runtime.version().pre() ); // ea

System.out.println( Runtime.version().build() ); // 159

System.out.println( Runtime.version().optional() ); // Optional.empty

Eigene Version-Objekte lassen sich aus einem Versionsstring aufbauen mit der einzigen statischen Methode der Klasse Version, und zwar parse(String).

Beispiel

Version version = Version.parse( "9.2.4+45" );

System.out.println( version.version() );  // [9, 2, 4]

An dem Beispiel ist auch version() abzulesen, die eine numerische Liste mit Versionsnummern liefert.

Neben diesen Abfragemethoden kommen weitere Methoden hinzu. Zunächst überschreibt Version die Object-Methoden equals(…), hashCode() und toString(). Und da Version die Schnittstelle Comparable<Runtime.Version> implementiert, hat die Klasse eine Methode compareTo(Runtime.Version), was die Versionsnummern in eine Ordnung bringt. Zusätzlich gibt es compareToIgnoreOptional(Runtime.Version) und equalsIgnoreOptional(Object), was so etwas wie Build-Informationen ignoriert.

Über Christian Ullenboom

Ich bin Christian Ullenboom und Autor der Bücher ›Java ist auch eine Insel. Einführung, Ausbildung, Praxis‹ und ›Java SE 8 Standard-Bibliothek. Das Handbuch für Java-Entwickler‹. Seit 1997 berate ich Unternehmen im Einsatz von Java. Sun ernannte mich 2005 zum ›Java-Champion‹.

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