Was ist eine compile-time constant expression?

Sind Variablen final, heißt das lediglich, dass es eine einmalige Zuweisung geben darf. Ob die Werte allerdings zur Laufzeit berechnet werden oder nicht, hat erst einmal nichts mit final zu tun. In folgendem Beispiel ist die Variable eine zur Compilezeit bekannte Konstante:

public class Finance {
  public static final int TAX = 19;
}

Greift eine andere Klasse auf die Variable TAX zu, ist das im Quellcode nicht als direkter Variablenzugriff Finance.TAX kodiert, sondern der Compiler hat das Literal 19 direkt an jeder Aufrufstelle eingesetzt. Dies ist eine Optimierung des Compilers, die er laut Java-Spezifikation vornehmen kann.

Wir sprechen in diesem Zusammenhang von einer compile-time constant expression wenn gilt:

  • ein Attribut ist final,
  • der Datentyp ist ein primitiver oder String,
  • das Attribut wird mit einer vom Compiler berechneten Konstanten initialisiert.

Das Einsetzen der konstanten Werte ist praktisch, bringt aber ein Probleme mit sich, wenn das finale Attribut sich ändert. Dann muss nämlich auch jede Klasse übersetzt werden, die Bezug auf die Konstante hatte. Werden die abhängigen Klassen nicht neu übersetzt, ist in ihnen immer noch der alte Wert eincompiliert.

Die Lösung ist, die bezugnehmenden Klassen neu zu übersetzen und sich am besten anzugewöhnen, bei einer Änderung einer Konstanten gleich alles neu zu compilieren. Ein anderer Weg transformiert die finale Variable in eine später initialisierte Form:

public class Finance {
  public static final int TAX = Integer.valueOf( 19 );
}

Die Initialisierung findet im statischen Initialisierer statt, und die Konstante mit dem Literal 19 ist zunächst einmal verschwunden. Der Compiler wird also beim Zugriff auf Finance.TAX keine Konstante 19 vorfinden und daher das Literal an den Aufrufstellen nicht einbauen können. In der Klassendatei wird der Bezug Finance.TAX vorhanden sein, und eine Änderung der Konstanten erzwingt keine neue Übersetzung der Klassen.


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Veröffentlicht in Insel

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